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Tote Flüchtlinge, verstümmelte Grenzer

 

Es waren vor allem ganz junge Menschen, die ihr Leben an der Mauer verloren. Bereits vor der Abriegelung der Grenze am 13. August 1961 waren 160 Menschen bei Fluchtversuchen umgekommen. Als erstes Opfer der Mauer starb am 19. August 1961 der 47jährige Rudolf Urban, als er sich aus einem Haus nach West-Berlin abseilen wollte. Bekanntestes Opfer ist Peter Fechter. Der 18jährige Lehrling wurde 1962 von Grenzern an der Berliner Zimmerstraße angeschossen. Hunderte West-Berliner sahen sein langsames Sterben. Sie konnten nicht helfen, weil Fechter auf DDR-Gebiet lag. Bilder, die um die Welt gingen.

 

Alle Fälle von Mauertoten wurden von der DDR-Führung wie Staatsgeheimnisse behandelt. Mitwisser wie Grenzer oder Angehörige der Toten wurden zum Schweigen verpflichtet. Besonders viel Mühe gab sich die Stasi dabei in den Fällen der 20 Kinder, die durch Grenzer-Kugeln starben. 1979 wurde der 15jährige Heiko Runge erschossen, als er mit seinem Klassenkameraden Uwe über die Grenze wollte. Eltern, Lehrer und Mitschüler erfuhren nur, er wäre "bei einem Unglücksfall im Zusammenhang mit einer Straftat" ums Leben gekommen. Sein Freund Uwe, der zu 2 Jahren Haft verurteilt wurde, musste erzählen, er sitze wegen Autodiebstahl.

 

Beim Spielen in Grenznähe wurden 1966 Lothar Schleußner (10) und Jörg Hartmann (13) erschossen. Ihre Leichen wurden sofort eingeäschert. Todesursache waren offiziell "Verkehrsunfall" und "Unfall mit Hochspannung".

Die Totenscheine wurden plump gefälscht, die ungläubigen Eltern mit Drohungen zum Schweigen gebracht. Zum "erfolgreichen" Abschluss der Vertuschungs-Aktion lud der Chef der Berliner Grenzer, Poppe, die Todesschützen zu einem kleinen Sektempfang ein und zeichnete sie mit 200

Mark Geldprämie aus.

 

Es starben auch 27 DDR-Grenzer, mehr als 100 wurden durch Minen verstümmelt. 


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