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|  General Friedrich Paulus (1890-1957) war der Befehlshaber der 6. Armee der deutschen Wehrmacht, die in Stalingrad unterging.
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Friedrich Paulus: Des Teufels General oder tragische Figur?
Der Chef der "6. Armee" der deutschen Wehrmacht, General Friedrich Paulus führte 300 000 Mann in Stalingrad ins Verderben. Er selbst überlebte. Und zog nach dem Krieg in die DDR.
Der Offizier. Friedrich Paulus wurde als Sohn eines Buchhalters 1890 in Hessen geboren. Er wurde Berufssoldat, machte im Ersten Weltkrieg Karriere als Offizier. Zu Kriegsende 1918 war er Hauptmann. Was er für lange Zeit auch blieb.
Karriere als Hitlers Soldat. Mit Hitlers Machtergreifung 1933 begann für Paulus eine zweite, steile Karriere. Zwischen 1933 bis 1939 stieg er vom Major zum Generalmajor auf. 1939 führte er als Generalstabschef der in Leipzig aufgestellten 6. Armee Hunderttausende Soldaten zum Einmarsch nach Polen. Viele der Soldaten kamen aus Sachsen, darunter 40 000 Mann aus drei Dresdner Divisionen.
Der kühle Stratege. 1940 wurde Paulus in den Generalstab des Heeres befördert. Dort arbeitete er an den Plänen für einen Überfall auf die Sowjetunion mit - die »Operation Barbarossa«, die bald in die Tat umgesetzt wurde. Welche Gedanken ihn dabei beschäftigten, offenbarte nach dem Krieg sein Sohn. Seine Familie habe ihn zur Rede gestellt, was er da treibe. Paulus habe geantwortet, der Einmarsch in Russland sei eine politische Entscheidung, der Einzelne würde nicht gehört. Militärisch jedenfalls sei der Krieg zu gewinnen. Der General befolgte den Befehl, stellte keine Frage nach moralischer Rechtfertigung.
Angriff auf Russland. Am 22. Jnui 1941 gab Hitler den Angriffsbefehl. Bis zum Winter marschierte die Wehrmacht bis kurz vor Moskau. Und blieb dort im Schnee stecken. In dieser Situation übernahm Paulus die Führung der 6. Armee. 1942 führte er sie zum Angriff auf Stalingrad. Als sie dort Im November 1942 eingekesselt wurde, sah Paulus selbst einen Ausbruchsversuch als einzige Chance. Doch Hitler befahl ihm, ,"Stalingrad nicht preiszugeben". Diesen Befehl befolgte Paulus bis zum Ende. Hunderttausende Soldaten starben. Paulus selbst wurde gefangen genommen.
Leben in der DDR. In Gefangenschaft schloss er sich dem »Nationalkomitee Freies Deutschland« an, das die deutschen Kommunisten in der Sowjetunion gegründet hatten. Der spätere DDR-Staatspräsident Wilhelm Pieck persönlich warb ihn an. Im Prozess gegen die Nazi-Führer in Nürnberg 1946 flogen ihn die Sowjets als Zeugen ein. Er selbst wurde nie angeklagt. Bis 1953 lebte er in der Sowjetunion, als »Gefangener 1. Klasse« in einem Haus bei Moskau. In Briefen an Stalin bat er vergeblich um einen Posten in der neu gegründeten DDR. Abwegig war das nicht: Viele Stalingrad-Offiziere bauten dort in den 50er Jahren die Nationale Volksarmee mit auf.
Rentner in Dresden. 1953 erlaubte ihm SED-Chef Ulbricht heimzukehren. Paulus bekam eine noble Villa in Dresden. In einem 1954 von der SED mit mehr als 1 Million Exemplaren gedruckten Buch präsentierte er sich als im Kommunismus geläuterter Pazifist und griff die Bonner Regierung als Kriegstreiber an, die die Einheit torpediere. Genützt hat ihm diese Anbiederung an das SED-Regime nichts mehr. 1957 starb er in Dresden. Zuletzt kümmerte sich nur noch die DDR-Staatssicherheit um ihn, die ihn mit Spitzeln überwachte.
Text: Gerald Praschl
Die Schlacht um Stalingrad: Infos und Zeitzeugen

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