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Die Chronik der DDR: Das Jahr 1958

1. Januar 1958 Das Kulturministerium der DDR sagt "westlicher Dekadenz" in der Unterhaltungsmusik den Kampf an. Künftig müssen 60 Prozent aller öffentlich gespielten Titel von Komponisten aus sozialistischen Ländern stammen.

6. Januar 1958  Helmut Recknagel gewinnt die Vierschanzentournee im

 Spezialspringen.

27. Januar 1958  Die Pionierorganisation »Ernst Thälmann« wird »sozialistische

 Massenorganisation«.

 3. Februar 1958  Auf der 35. Tagung des ZK der SED werden die Funktionäre Karl Schirdewan, Ernst Wollweber und Fred Oelßner ihrer Ämter enthoben. Sie hatten sich für Liberalisierungen eingesetzt. Erich Honecker wird Mitglied  im Politbüro.

11. Februar 1958  Der Wirtschaftsrat der DDR wird durch die »Staatliche Plankommission« ersetzt. 28. Februar bis 2. März 1958 Die dritte SED-Hochschulkonferenz legt die Aufgaben der Universitäten beim »Aufbau des Sozialismus« fest.

3. April 1958  »Meine Frau macht Musik« - erfolgreicher Revuefilm der DEFA nach der Musik von Gerd Natschinski. Mit Günther Simon und Lore Frisch.

24. Mai 1958  Willi Stoph wird zum stellvertetenden Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte im Warschauer Vertrag ernannt.

29. Mai 1958  Wegen der verbesserten Versorgungslage werden Lebensmittelkarten min der DDR abgeschafft.

10. bis 16. Juli 1958  Beim V. Parteitag der SED setzt sich die Partei das Ziel, in der DDR müsste bis spätestens 1961 der Lebensstandard in der BRD übertroffen werden.

20. Juli 1958  In Berlin schwimmt Karin Beyer neuen Weltrekord (1:20,3 Min.) über 100 Meter Brust.

26. Juli 1958  Weltrekord auch für die 4 x 200-Meter-Staffel der

 DDR-Leichtathletinnen in Leipzig.

5. September 1958  Der neue Kleinwagen Trabant wird auf der Leipziger Herbstmesse vorgestellt.

14. September 1958  Einweihung der Mahn- und Gedenkstätte im ehemaligen KZ Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. An die Opfer des Nazi-Terrors erinnert eine Gruppenplas-tik von Fritz Cremer.

4. Oktober 1958  Die erste zentrale »Messe der Meister von morgen« wird in Leipzig eröffnet.

7. Oktober 1958  Der Thüringer Zoopark auf dem Roten Berg in Erfurt wird wieder eröffnet. Er wurde hauptsächlich durch freiwillige Helfer im Rahmen des »Nationalen Aufbauwerks« errichtet.

8. Oktober 1958  Erstmals läuft im Fernsehen der Abendgruß - noch ohne das Sandmännchen.

11. Oktober 1958  Tod des DDR-Kulturministers Johannes R. Becher, dem Texter der DDR-Nationalhymne »Auferstanden aus Ruinen...«.

18. Oktober 1958  Die SED-Führung verkündet die »Richtlinie zur

polytechnischen Bildung« (»Den Meißel im Ranzen«).

20. Oktober 1958  Publikumsliebling Heinz Quermann (Foto) moderiert seine erste »Schlagerrevue« im Radio.

27. Oktober 1958  SED-Chef Walter Ulbricht erklärt das eigentlich unter Alliiertem Status stehende Ost-Berlin zum Hoheitsgebiet der DDR. Der Beginn einer neuen Berlin-Krise.

2. November 1958  Eröffnung einer Ausstellung in Ost-Berlin, in der von der Sowjetunion zurückgegebene Kunstschätze gezeigt werden - darunter der berühmte Pergamonaltar.

16. November 1958  Bei den dritten Wahlen zur DDR-Volkskammer erreicht die von der SED dominierte Einheitsliste der »Nationalen Front« aufgrund der üblichen massiven Wahlfälschung 99,7 Prozent der Stimmen.

27. November 1958  Dramatisches Ultimatum: Sowjet-Führer Nikita Chruschtschow fordert den Abzug aller Truppen der West-Alliierten aus West-Berlin binnen sechs Monaten. Die Welt hält den Atem an.

31. Dezember 1958  Zu den Hits des Jahres gehören unter anderem:

 »Novacek-Polka« (Lutz Jahoda), »Eine Welt ohne dich ist keine Welt für mich« (Julia Axen) und »Heute spielt der Konstantin Klavier« (Helga Brauer, Foto) sowie »Pfefferdixie« vom Vineta-Trio mit Rythmusgruppe


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