Chronik der DDR: Das Jahr 1974

1. Januar 1974 Das alte internationale PKW-Kennzeichen »D« wird durch »DDR« ersetzt.
5. Januar 1974 Hans-Georg Aschenbach gewinnt die Internationale Vierschanzentournee.
10. Januar 1974 Egon Krenz wird - mit 36 Jahren - neuer Vorsitzender des Zentralrats der FDJ.
28. Januar 1974 Das dritte Jugendgesetz der DDR wird verabschiedet.
7. Februar 1974 Glanzvolle Film-Premiere: »Or pheus in der Unterwelt«; Rolf Hoppe ist Jupiter.
5. bis 10. März 1974 Christine Errath und Jan Hoffmann holen Weltmeister-Titel bei der Eiskunstlauf-WM in München.
10. März 1974 Der vielleicht schönste Märchenfilm der DEFA: »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«, eine Ko-Produktion mit der CSSR, hat Premiere.
24. April 1974 Günter Guillaume, persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, wird wegen Spionage für die DDR verhaftet. Zwei Wochen später tritt Brandt deswegen zurück.
2. Mai 1974 Die Ständigen Vertretungen der DDR und BRD nehmen in Bonn und Berlin ihre Arbeit auf.
8. Mai 1974 Toller internationaler Erfolg: Der 1. FC Magdeburg schaltet den AC Mailand aus und gewinnt damit den Fußball-Europacup der Landesmeister.
26. Mai 1974 Die S-Bahn-Linie Leipzig - Wurzen (26 Kilometer) wird in Betrieb genommen.
22. Juni 1974 Legendärer Sieg: Im Vorrunden-Spiel BRD-DDR zur Fußball-WM 1974 schießt der Magdeburger Jürgen Sparwasser im Hamburger Volksparkstadion das 1:0-Siegtor für die DDR-Auswahlelf. Es ist der einzige Sieg einer DDR-Nationalmannschaft über die BRD-Mannschaft, die im späteren Verlauf der WM Fußballweltmeister wird.
7. Juli 1974 Trotz dieser Niederlage gegen die DDR wird die BRD in München Fußball-Weltmeister. Im Endspiel schlagen die Männer von Trainer Helmut Schön (der Mann mit der Mütze), der aus Dresden stammt, die Niederlande mit 2 : 1. Der Triumph wird in ganz Deutschland gefeiert.
18. bis 25. August 1974 Bei der Schwimm- und Wasserball-EM in Wien gewinnt die Mannschaft der DDR 17x Gold, 15x Silber und 4x Bronze.
4. September 1974 Die Vereinigten Staaten von Amerika nehmen als letzte der Siegermächte diplomatische Beziehungen zur DDR auf.
27. September 1974 Verfassungsänderung: Alle Bezüge auf die Deutsche Nation werden gestrichen.
5. bis 8. Oktober 1974 Zu den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der DDR reist aus der UDSSR eine Delegation unter dem Vorsitz von Leonid Breshnew an.
7. Oktober 1974 Den Nationalpreis der DDR erhalten in diesem Jahr Benno Besson, Peter Hacks und Ruth Berghaus.
19. Oktober 1974 Die Urlaubstage in der DDR werden von 15 auf 18 erhöht, für Schichtarbeiter sogar auf 21 Tage.
17. November 1974 Die katholischen Bischöfe in der DDR wenden sich in einem Hirtenbrief gegen das Erziehungsmonopol des Staates.
18. November 1974 Festveranstaltung beim Richtfest für den Palast der Republik in Berlin.
22. November 1974 Die Presse agenturen ADN (DDR) und dpa (BRD) beschließen einen Vertrag über den Austausch von Nachrichten.
11. Dezember 1974 Vertrag über die Verbringung von Abfallstoffen aus West-Berlin in die DDR.
12. Dezember 1974 Das Abkommen über die Fortführung des Swing, den zinslosen Überziehungskredits, wird für die Jahre 1976 bis 1981 unterzeichnet.
19. Dezember 1974 Sportler des Jahres: Hans-Georg Aschenbach und Kornelia Ender.
20. Dezember 1974 Fernsehlieblinge des Jahres u. a. Chris Doerk, Agnes Kraus, Rolf Herricht und Hans-Jürgen Beyer.
31. Dezember 1974 Die Hits des Jahres u. a.: »Du hast den Farbfilm vergessen« (Nina Hagen), »Blues von der letzten Gelegenheit« (Veronika Fischer), »Das Feuer dieser Erde« (electra Combo).

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