Chronik der DDR: Das Jahr 1984

6. Januar 1984 Sieger bei der Internationalen Vierschanzentournee wird Jens Weißflog.
9. Januar 1984 Die »Deutsche Reichsbahn«, die Bahngesellschaft der DDR, übergibt die West-Berliner S-Bahn kostenlos an den West-Berliner Senat. Die S-Bahn auf West-Gebiet hatte bis dahin der DDR gehört und war aus politischen Gründen von vielen West-Berlinern gemieden worden.
23. Januar 1984 Mit 127 Metern gelingt Skispringer Klaus Ostwald in Oberhof der weiteste Sprung, der jemals in der DDR gesprungen wurde.
7. bis 18. Februar 1984 Olympische Winterspiele in Sarajevo. Die DDR wird mit 9x Gold, 9x Silber und 6x Bronze erfolgreichste Mannschaft.
9. Februar 1984 In Moskau stirbt KPdSU-Chef Juri Andropow. Sein Nachfolger wird der greise, schwerkranke Konstantin Tschernenko.
9. Februar 1984 Stolze Bilanz: Erich Honecker übergibt in Berlin die zweimillionste Neubauwohnung seit Beschluss des Wohnungsbauprogrammes 1971.
19. Februar 1984 Die Außenarbeiten am stark durch den Krieg beschädigten Berliner Dom sind abgeschlossen.
5. März 1984 Der fünf Jahre zuvor aus der DDR geflohene Star-Fußballspieler Lutz Eigendorf stirbt bei einem mysteriösen Autounfall im Westen. Gerüchte über ein Attentat der Stasi.
20. März 1984 März Eine Nichte von DDR-Ministerpräsident Willi Stoph reist nach Westdeutschland aus, nachdem sie in der Prager Botschaft der BRD Zuflucht gesucht hatte.
24. März 1984 Katarina Witt wird in der kanadischen Hauptstadt Ottawa Weltmeisterin im Eiskunstlauf.
27. April 1984 Der neue Friedrichstadtpalast wird eingeweiht. Bei der Eröffnungsgala kommt es zu einem tragischen Eklat. Moderator O.F. Weidling erlaubt sich einige spitzigen Bemerkungen über die SED-Führung. Die Rache folgt auf dem Fuß: Aus der TV-Übertragung wird seine Moderation herausgeschnitten. Weidling, bis dahin ein Publikumsliebling, bekommt Auftrittsverbot. 9 Monate später stirbt er verzweifelt und als gebrochener Mann.
10. Mai 1984 Trauriges Olympia: Das NOK teilt mit, dass Athleten der DDR an den Olympischen Spielen in Los Angeles/USA nicht teilnehmen. Nach dem Olympiaboykott des Westens bei Olympia Moskau 1980 stehen nun auch die Spiele in USA 1984 unter dem dunklen Stern des Kalten Krieges. Alle Ostblock-Mannschaften bleiben fern.
2. Juni 1984 Der nordkoreanische Diktator Kim Il Sung kommt zum Staatsbesuch in die DDR und wird mit allen Ehren empfangen.
25. Juni 1984 Die Ständige Vertretung der BRD in Ostberlin, in der 55 Bürger ihre Ausreise in den Westen erzwingen wollen, wird vorübergehend geschlossen.
25. Juli 1984 BRD-Minister Jenninger gibt die Gewährung eines Kredits von 950 Mio. DM an die DDR bekannt.
4. September 1984 Erich Honecker sagt seine geplante Reise in die BRD ab.
2. Oktober 1984 Vielbesuchte Ausstellung im Berliner Alten Museum:» Alltag und Epoche – Werke bildender Kunst der DDR aus 35 Jahren.«
5. Oktober 1984 In der Charité werden die ersten Retortenbabys des Ostblocks geboren. Es sind Zwillinge.
6. Oktober 1984 Den Nationalpreis der DDR erhält in diesem Jahr u. a. die Rock-Gruppe Karat.
12. November 1984 Die DDR unterzeichnet mit den VW-Werken einen Vertrag über die Lieferung von Motoren für Wartburg und Trabant.
1. Dezember 1984 Die Mindestrenten werden um 30 Mark auf 300 Mark erhöht.
4. Dezember 1984 Fernsehlieblinge werden u.a. Jürgen Karney, Agnes Kraus und Walter Plathe.
31. Dezember 1984 Die Hits des Jahres: »Die Erde lebt« (Berluc), »Rockerrente« (Puhdys), »Ein Lied für Menschen« (Silly) und »Er will anders sein« (Pankow).

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