Chronik der DDR: Das Jahr 1983

15. Januar 1983 Ernst gemeinter Friedenswille oder nur ein Propaganda-Trick? Die Staatschefs aller Warsch- auer-Pakt-Staaten bieten bei einem Treffen in Prag dem Westen Gewaltverzicht und Abrüstung an. Eine Reaktion auf den Nato-Plan, in Westeuropa 108 zusätzliche »Pershing II«-Atomraketen zu stationieren.
23. Januar 1983 Andrea Schöne wird Mehrkampf-Europameisterin im Eisschnelllauf bei der EM in Heerenveen/Holland.
1. Februar 1983 Im Marstall in Potsdam wird ein Filmmuseum eröffnet.
s1. bis 6. Februar Bei der Eiskunstlauf-EM in Dortmund wird Katarina Witt Europameisterin.
14. Februar 1983 Bei einer großen Gedenkdemo zum 38 Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomber prangert der Präsident des »Friedensrats der DDR«, Günther Drefahl die Nachrüstung der Nato an, fordert vom Westen Abrüstung.
10. April 1983 Der 43jährige Bremer Tourist Rudolf Burkert stirbt während eines Verhör am DDR-Grenzübergang Drewitz an Herzversagen. Es hagelt Proteste aus dem Westen. Erich Honecker sagt daraufhin seinen geplanten Besuch in der BRD ab.
21. April 1983 Die Wartburg wird anlässlich des 500. Geburtstages von Martin Luther wieder eröffnet.
12.Mai 1983 Auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin demon- strieren fünf Bundestags-Abgeordnete der Grünen, unter ihnen Petra Kelly und Otto Schily, für Abrüstung in Ost und West.
1. Juni 1983 Die Schriftstellerin Anna Seghers (»Das siebte Kreuz«) stirbt in Ost-Berlin mit 82 Jahren.
8. Juni 1983 Der Jenaer Student Roland Jahn (29), der gegen Rüstung und Zensur protestierte, wird von Stasi-Offizieren in einen Transitzug gesperrt und so gegen seinen Willen in den Westen abgeschoben.Das SED-Führung will mit dem Gewaltakt die Oppositionsgruppe »Jenaer Friedensgemeinschaft« zerschlagen.
17. Juni 1983 KGB-Chef Juri Andropow wird in Moskau als Nachfolger des verstorbenen Leonid Breschnew zum Generalsekretär der KPdSU gewählt.
29. Juni 1983 Überraschender Coup: Die Bundesregierung übernimmt die Bürgschaft über einen von CSU-Chef Franz Josef Strauß vermittelten Kredit in Höhe von einer Milliarde Mark an die DDR. Den Deal hatte Strauß bei Geheimtreffen mit DDR-Staatssekretär Alexander Schalck-Golodkowski ausgehandelt.
16. August 1983 Fußballer des Jahres wird Joachim Streich.
24. September 1983 Zum 30jährigen Bestehen der Kampfgruppen der DDR marschieren 10 000 Angehörige der Betriebskampfgruppen mit roten Fahnen durch Berlin.
5. Oktober 1983 Honecker kündigt den Abbau von Minen und Selbstschussanlagen an der Grenze an. Es ist die heimliche Gegenleistung für den Milliardenkredit aus dem Westen.
17. Oktober 1983 Herbert Roth, der Schöpfer des bekannten Rennsteigliedes aus Thüringen, stirbt mit 56.
25. Oktober 1983 Udo Lindenberg tritt mit seinem Panik-Orchester im Palast der Republik in Ost-Berlin auf.
25. November 1983 Das ZK der SED wählt den 46-jährigen Egon Krenz in das SED-Politbüro.
25. November 1983 Gemäß dem »Nato-Doppelbeschluss« treffen in der BRD die ersten »PershingII«-Atomraketen ein. Sie werden in das US-Depot Mutlangen gebracht. Diese Nachrüstung löst in Ost und West große Angst vor einem Atomkrieg aus. Die Nato-Führung bezeichnet sie als Reaktion auf die Aufstellung von zahlreichen sowjetischen »SS20«-Atomraketen in der DDR.
22. Dezember 1983 Fernsehlieblinge des Jahres werden unter anderem Klaus Feldmann (Foto), Hartmut Schulze-Gerlach und Helga
Hahnemann. 
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